1980 Wie alles begann
Unter der Leitung von Ewald Strohmeier hat sich ein Häuflein Radsportbegeisterter vom RV Weiß-Blau München zum Ziel gesetzt, eine attraktive Veranstaltung für Rennfahrer ab 35 Jahren auf die Beine zu stellen. Die Internationale Südbayern-Rundfahrt ist geboren. Die Veranstaltung ist in dieser Form ein absolutes Novum: eine Rundfahrt nur für Senioren - wann hatte es das schon einmal gegeben?
1982 Ein Verein muß sein
Innerhalb kürzester Zeit wird die Südbayern-Rundfahrt zu einem echten Renner im europäischen Senioren-Radsport. Immer mehr Teilnehmer erfordern einen immer größeren Organisationsaufwand. Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, wird der Verein RSV Internationale Bayern-Rundfahrt gegründet, der sich ausschließlich mit der Organisation der Veranstaltung beschäftigt. In seinem Gründungsjahr hat der Verein 23 Mitglieder, viele von ihnen arbeiten auch heute noch aktiv mit.
1983 Der Süden wird zu klein
Seniorenfahrer aus ganz Europa gehen mittlerweile in Bayern an den Start, das Leistungsniveau steigt stetig. Darüber hinaus häufen sich die Anfragen von Städten und Gemeinden außerhalb des südbayerischen Raumes, die auch gerne Etappenstadt werden möchten. Die Lösung: Der Aktionsradius wird auf ganz Bayern ausgedehnt. Eine glückliche Entscheidung, wie sich schnell herausstellt - die Erfolgsgeschichte der Bayern-Rundfahrt ist nicht mehr aufzuhalten.
1987 Auf der Suche nach einem neuen Konzept
Die Bayern-Rundfahrt hat sich als feste Größe im internationalen Radsport-Kalender etabliert. Namen wie Rainer Podlesch, Hubert Stöffel oder Arthur Ziegler zieren die Siegerliste. Dann kommt der Schock: die UCI erhöht das Mindestalter für Seniorenfahrer auf 41 und bringt damit das Aus für die Bayern-Rundfahrt in ihrer bisherigen Form. Denn mit Rennfahrern weit über 40 Jahre ist es nahezu unmöglich, noch Sponsoren oder Medien für die Veranstaltung zu interessieren. Ein neues Konzept muß also her
Natürlich sollte es wieder etwas Besonderes sein. Die Lösung hieß: OPEN, ein Rennen für Profis und Amateure. Das hatte es in Form einer Rundfahrt bis dahin noch nicht gegeben
1988 Zum letzten Mal als Senioren-Rundfahrt
Die letzte Bayern-Rundfahrt in ihrer alten Form markiert noch einmal einen Höhepunkt in der Rundfahrt-Historie. Ein Rekord-Meldeergebnis, 6 Etappen und viel Wehmut auf Seiten der Aktiven lassen sich in den Annalen festhalten.
1989 Auf zu neuen Ufern
Mit großer Spannung wird die erste OPEN-Rundfahrt erwartet. Und das Konzept geht auf. Drei Profimannschaften sind am Start und die Amateure halten wacker mit. Gesamtsieger wird Kai Hundertmarck, heute in Diensten des Teams Deutsche Telekom. Die neue Bayern-Rundfahrt ist geboren.
1991 Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft
Mit der amerikanischen Profi-Equipe Motorola ist zum ersten Mal eine echte Top-Mannschaft am Start. Kein Wunder, daß auch der Gesamtsieg an dieses Team geht: Brian Walton aus Kanada heißt der glückliche Gewinner, der in Pfarrkirchen vor atemberaubender Kulisse als Erster den Zielstrich überquert. Für die Stadt im Rottal ist die erste Begegnung mit dem Radsport-Spektakel eine folgenschwere, denn das Rundfahrt-Fieber greift über. Einziges Heilmittel: die Bayern-Rundfahrt muß alle zwei Jahre nach Pfarrkirchen kommen.
1997 Top of the Pops
Das Team Telekom entdeckt die Bayern-Rundfahrt und entsendet mit Super-Sprinter Erik Zabel einen seiner Top-Stars. Doch nicht nur die Bonner Fernmelder sind ganz wild darauf, in Bayern dabei zu sein: insgesamt geben fünf Mannschaften ihre Meldung ab, die auch an der Tour de France teilnehmen. Nur wenige Wochen vor dem Start scheint sich eine Sensation anzubahnen: Mapei meldet als sechstes GS I-Team und will gar mit Weltmeister Johan Museeuw nach Bayern kommen. Doch Museeuw muß absagen. Er wird zum ersten Mal Papa und gibt diesem Ereignis verständlicherweise den Vorzug. Die Veranstalter tragen es mit Fassung, zumal sich Ersatzmann Dirk Müller geradezu weltmeisterlich schlägt. Die Begeisterung über diese Rundfahrt schlägt hohe Wellen, nur bei der UCI ist man not amused. Mit sechs Profimannschaften der 1. Kategorie hat die Bayern-Rundfahrt das erlaubte Kontingent überschritten und bekommt dafür eine Rüge aus Lausanne, was die Freude über den Riesen-Erfolg jedoch kaum schmälert.
1999 Endlich am Ziel
Es ist geschafft: die UCI macht aus der Bayern-Rundfahrt die am höchsten eingestufte Länderrundfahrt Deutschlands. Ein schöneres Geschenk zum 20-jährigen Jubiläum läßt sich kaum denken. Doch damit nicht genug: das Team Telekom bringt Superstar Jan Ullrich an den Start und beschert der Bayern-Rundfahrt damit eine unglaubliche Resonanz in den Medien und beim Publikum. Während der Etappen säumen Zehntausende die Straßen und auch in den Zielorten ist der Zuspruch fast unglaublich. Die Bayern-Rundfahrt ist auf dem Höhepunkt des Erfolgs.
2000 Auf zur Olympiade
Im Olympiajahr 2000 steht die Bayern-Rundfahrt sehr hoch in der Gunst der Mannschaften. Zum ersten Mal nimmt Jens Voigt teil und landet fast einen Start-Ziel-Sieg. Mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur 4 Sekunden siegt der Wahl-Franzose aus dem Team Credit Agricole vor Michael Rich aus dem Team Gerolsteiner und auch dessen Mannschaftsgefährte Tobias Steinhause liegt nur weitere 2 Sekunden dahinter. Für Jens Voigt ist dieser Sieg ein wichtiger Schritt für die Fahrkarte nach Sydney. Und das Team Gerolsteiner denkt vor allem an eines: die Revanche im Jahr 2001.
2001 Siege in Serie
Zum zweiten Mal hintereinander gewinnt Jens Voigt die Bayern Rundfahrt. Wieder ist es seine Leistung im Einzelzeitfahren, die ihm den Weg zum Gesamtsieg ebnet. Und natürlich hat er eine starke Mannschaft Credit Agricole in der Hinterhand, die bis zum letzten Kilometer ackert, um den Gesamtsieg nach Hause zu fahren. Erik Zabel gewinnt vier Etappen in Folge und wird von Rundfahrtleiter Ewald Strohmeier zum Ehrenmitglied des Vereins RSV Internationale Bayern-Rundfahrt ernannt.
2003 Das Fahrerfeld zeigt Größe
Erstmals nehmen 18 Mannschaften an der Bayern Rundfahrt teil, darunter acht Teams der 1. Kategorie. Mit dabei sind unter anderem Telekom, Gerolsteiner, Credit Agricole, Saeco und Jean Delatour. Schon vor dem Start bringt das Team Coast Spannung ins Geschehen. Die Mannschaft wird kurz vor der Bayern Rundfahrt von der UCI gesperrt und eine Starterlaubnis scheint damit in weiter Ferne. Nur wenige Tage vor dem Start haben Veranstalter und BDR die Lösung: mit dem Segen der UCI startet das Team als deutsche Nationalmannschaft. Damit sind für die Rennfahrer die Zeiten der Ungewissheit zumindest zunächst vorüber. Sie können endlich wieder ihren Beruf ausüben und sind nicht länger zur Untätigkeit verdammt.
2004 Eine runde Sache
Ein wahrhaft historisches Ergebnis erlebt die Bayern Rundfahrt zum 25-jährigen Jubiläum: Jens Voigt feiert als erster Fahrer den dritten Gesamtsieg und Erik Zabel verlängert seine Erfolgsliste auf 15 Etappensiege. Dazu mehr als 1 Million Zuschauer an der Strecke und in den Etappenstädten und nicht zu vergessen traumhafte Einschaltquoten für die Übertragungen im Bayerischen Fernsehen.
Gefeiert wird der runde Geburtstag mit einem Festakt in der heimlichen Hauptstadt der Bayern Rundfahrt, in Pfarrkirchen. Bei dieser Gelegenheit wird Wilhelm Frankenberger, der Präsident des Genossenschaftsverbandes Bayern, zum Ehrenmitglied des Vereins Internationale Bayern-Rundfahrt e.V. ernannt. Die Ernennungsurkunde überreicht kein Geringerer als Erik Zabel. Der Verein bedankt sich damit bei seinem Hauptsponsor für die seit 25 Jahren währende Unterstützung. Zum Ende der Rundfahrt kommt ein weiteres Ehrenmitglied hinzu: Jens Voigt wird bei der Siegerehrung in Burghausen für seinen dritten Gesamtsieg ernannt. Damit hat der Verein immerhin schon zwei aktive Rennfahrer in seinen Reihen, Jens Voigt und Erik Zabel.





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