Bayern Rundfahrt - Etappenradrennen für Radprofis

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Die Königsetappe?

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Die Münchener Hypothekenbank hat das Patronat für die 3. Etappe der Bayern Rundfahrt übernommen. Nach der längsten Etappe von Viechtach im Bayerischen Wald in die Wagnerstadt Bayreuth wartet nun ein weiterer äußerst anspruchsvoller Tagesabschnitt auf die Rennfahrer der 31. Bayern Rundfahrt. Die 177 km sind geprägt von dauerndem Rythmuswechsel, engen Straßen und zahllosen Anstiegen, die vor allem im schwächeren Teil des Feldes zu einem Ausscheidungsfahren führen könnten. Die Charakteristik der Etappe dürfen wir Ihnen vorstellen.

Um 10:45 Uhr machen sich die Rennfahrer vom Luitpoldplatz in Bayreuth auf den Weg. Vorher schon wurde die führende Mannschaft ausgezeichnet, alle Teilnehmer haben sich in die Startlisten eingetragen und ein Rahmenprogramm sorgt auch hier für Entertainment am Rande des sportlichen Geschehens. 3 Kilometer lang nur ist die neutralisierte Phase auf der Erlanger- und der Bismarckstraße, bis auf der Bamberger Straße am Stadtrand von Bayreuth das Rennen freigegeben wird. Die Fahrer folgen zunächst bis Hollfeld der B22, die gut ausgebaut und übersichtlich ist. Schon hier wird aber der hügelige Charakter der Etappe deutlich: Die ersten 20 km führen fast ständig bergauf in Richtung Westen. In Hollfeld wird die Bundesstraße dann in Richtung Süden verlassen, das Feld taucht ein in den Naturpark Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst. Bei Plankenfels, dem Eingangstor in den Naturpark, wird zum ersten Mal die Wiesent überquert. Dort, wo schon im 11. Jahrhundert Schlösser und Burgen zur Absicherung eigener Herrschaftsansprüche gebaut wurden, lässt es sich auch heute noch ausgezeichnet Urlaub machen. Für die ambitionierten Bergfahrer gilt es sich bereit zu machen für die erste Bergwertung in Wiesenttal-Wüstenstein. Durchschnittlich 8% steil mitten im Ort gelegen verspricht der Anstieg besonders für die Zuschauer interessant zu werden. Gilt es doch auf dieser Etappe die Vorentscheidung im Kampf um das weiße Trikot mit den roten Punkten von Franken-Brunnen zu suchen. neideck_ruine
Es geht weiter im Markt Wiesenttal dessen beide Ortsteile Muggendorf und Streitberg die ältesten Luftkurorte der fränkischen Schweiz sind. Nach der Abfahrt hinunter zur Wiesent und auf die B470 führt die Strecke im malerischen Bogen um die Burgruine Neideck zur Ruine Streitberg, in deren Umfeld zahlreiche Naturdenkmäler und bizarre Felsformationen zum Verweilen einladen. Kurz nach der Durchfahrt von Ebermannstadt wird die Bundesstraße wieder verlassen und auf schmalen Straßen geht es über Pretzfeld zur 2. topografischen Schwierigkeit des Tages, dem Anstieg des Wichsensteiner Berges. In zurückliegenden Jahren bereits mehrfach als Ort für Bergwertungen herausgehoben findet dieser Anstieg in diesem Jahr keine Berücksichtigung bei der Wertung um das Bergtrikot, ist aber trotzdem ein lohnendes Ziel für die Fans.
Nur 8 Kilometer weiter sind dann die Sprinter zum ersten Mal auf der Etappe am Zug. Bei Kilometer 73 wartet im Städtchen Gößweinstein (Etappenort der Bayern Rundfahrt 1985 und 1991) der SDK-Sprint und damit Zeitgutschriften für die ersten 3 Fahrer. Im Bild (Quelle: frankenjura.com) die Basilika, zu deren Füßen die Sprintwertung abgenommen wird.


 

 

 

 

Basilika Goessweinstein

Weiter führt das Rennen über enge und kurvige Straßen und dabei wieder zurück in den Landkreis Bayreuth zum 2. SDK-Sprint des Tages in Frankens kleinster Stadt Betzenstein, die nach 93 Kilometern erreicht wird. Bild Verpflegung?? Unmittelbar im Anschluss an den Sprint besteht für die Betreuer Gelegenheit, stationär Verpflegung an die Rennfahrer zu übergeben. Diese Zone endet in der Ortschaft Leupoldstein. Nach 15 Kilometern auf der B2 und einer Abzweigung wird dann Gräfenberg erreicht, wo im Ortsteil Sollenberg die 2. Bergwertung des Tages wartet. Der Anstieg mitten im Ort mit seinen maximal 20% Steigung wurde in die 1. Kategorie eingestuft. Damit werden für die ersten 4 Fahrer Punkte für das Franken Brunnen Bergtrikot vergeben. Der Anstieg in Sollenberg mit seinem tollen Publikum ist sicher ein besonderes Highlight in der Rundfahrt 2010 und ein „Muss“ für alle Radsportfans aus der Metropolregion Nürnberg. Durch die südlichen Ausläufer der fränkischen Schweiz führt die Strecke dann weiter nach Hersbruck, das etwa gegen 14:15 Uhr erreicht wird. Der Ort wird von Norden her angefahren und dabei die Ziellinie von der falschen Seite her überquert. Für die Zuschauer im Etappenort eine erste Möglichkeit, die Fahrer zu sehen. happurg

Die Renner gehen dann auf eine 33 km lange Abschlussrunde, die noch einmal erhebliche Schwierigkeiten mit sich bringt. Zunächst wartet nach nur 1,5 km der Anstieg zur letzten Bergwertung des Tages beim Stausee von Deckersberg in der Gemeinde Happurg (Bild Kirche). In der Folge führt die Strecke über zum Teil schmale Straßen mit kurzen ruppigen Anstiegen und schnellen Abfahrten durch die herrliche Landschaft südlich von Hersbruck. Die Sprinter, die bei der Überquerung der A6 Nürnberg – Amberg noch in der Spitzengruppe sind haben beste Chancen auf den Etappensieg in Hersbruck, führen doch die letzten 12 km ständig abfallend zum Ziel, das etwa um 15:00 Uhr nach 177 km und 2.240 Gesamt-Höhenmetern erreicht wird. Wer sich dann das Trikot des besten Bergfahrers von Franken Brunnen überstreifen kann hat beste Aussichten, diese Trophäe auch mit nach Hause zu nehmen, steht doch auf der Schlussetappe nur noch eine Bergwertung der 2. Kategorie auf dem Plan. Für die Teams steht dann noch die Fahrt nach Berching zum Austragungsort des vorentscheidenden Einzelzeitfahrens an. Erst am 28. Mai wird man wissen, ob diese Etappe wirklich das war, was die Organisatoren vermuten, die Königsetappe!
 


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