Maxime Monfort (HTC Columbia) steht kurz vor seinem ersten Gesamtsieg in Bayern: nach dem Einzelzeitfahren in Berching setzte sich der Belgier mit einem Vorsprung von 12 Sekunden an die Spitze des Gesamtklassements. Die Bestzeit des belgischen Zeitfahrmeisters (links im Bild) betrug 36:04 Minuten für die 28 Kilometer lange Strecke. Der Zweitplatzierte Adriano Malori (Lampre-Farnese Vini) kam mit 36:16 Minuten relativ nah an Montfort heran und sicherte sich mit dieser Leistung die Führung in der Nachwuchswertung der R+V-Versicherung. Hayden Roulston (HTC Columbia) lag als Dritter mit 36:52 Minuten schon relativ deutlich zurück. Eine große Enttäuschung war das Zeitfahren für Christian Knees vom Team Milram: aufgrund eines Defekts musste er auf ein anderes Rad umsteigen und fand danach nicht mehr richtig in seinen Rhythmus. Bei der Zwischenzeit lag der Euskirchner nur 19 Sekunden hinter der Bestzeit von Maxime Monfort, im Ziel hatte Knees über eine Minute auf den Tagessieger verloren. Maxime Monfort wird die Schlussetappe von Berching nach Fürstenfeldbruck also im Gelben Trikot der Volksbanken Raiffeisenbanken absolvieren und sein Team alle Hände voll zu tun haben, um die Angriffe der Konkurrenz abzuwehren. Natürlich ist der neue Träger des Gelben Trikots überglücklich mit seinem Abschneiden: „Ich hab‘ mich nach dem bisherigen Verlauf der Woche sehr gut gefühlt und war sehr zuversichtlich. Die Distanz war perfekt für mich und da waren zwei Anstiege. Was soll ich sagen, es war einfach perfekt und entsprechend war ich richtig motiviert. Im Rennen habe ich einfach alles gegeben, ja, das war‘s.“
Aufgrund der knappen Zeitabstände – 35 Fahrer lagen vor dem Zeitfahren nur 10 Sekunden hinter dem bis dahin Führenden Ruben Moreno Gonzalez – war das Einzelzeitfahren in Berching offen wie selten zuvor. Zur Halbzeit des Rennens sah es ganz nach HTC-Columbia–Festspielen aus. Zunächst markierte der Erfurter Patrick Gretsch mit 37:03 Minuten die Bestzeit, wurde jedoch schon bald von seinem Teamkollegen Hayden Roulston übertrumpft. Der Neuseeländer fuhr mit 36:52 Minuten als Erster eine Zeit unter 37 Minuten. Es dauerte aber nicht lange, bis Maxime Monfort seinen Teamkollegen vom „Heißen Stuhl“ verdrängte. Der belgische Zeitfahrmeister legte die 28 Kilometer in sensationellen 36:04 Minuten zurück. Im weiteren Verlauf des Rennens schoben sich mit Adriano Malori (Lampre-Farnese Vini) und Travis Meyer (Garmin-Transitions) zwei andere Fahrer in die Phalanx von HTC-Columbia. Spannend wurde es als Christian Knees mit der drittbesten Zwischenzeit gemeldet wurde. Der Bayern-Rundfahrt-Sieger von 2008 hatte im Vorfeld seine Ambitionen auf einen erneuten Rundfahrtsieg deutlich artikuliert. Im Ziel blieb die Uhr für ihn jedoch bei 37:19 Minuten stehen. Das bedeutet ein Rückstand von 1:15 Minuten und Rang 12 im Gesamtklassement. Ein ansprechendes Zeitfahren lieferte Simon Geschke vom Team Skil-Shimano. Der junge Berliner kam mit der achtbesten Zeit ins Ziel und schob sich in der Gesamtwertung auf einen ganz hervorragenden vierten Platz vor.
Für Maxime Monfort gibt es am Sonntag nur eine Devise: das Gelbe Trikot der Volksbanken Raiffeisenbanken zu verteidigen: „In der Gesamtwertung habe ich nur einen kleinen Vorsprung. Wir werden mal sehen, was morgen passiert, aber ich bin sicher, wir haben ein starkes Team, das alles dafür tun wird, das Trikot zu verteidigen.“ Sein Mannschaftsleiter Jan Schaffrath sieht es genauso: „Ich habe jetzt zwei Mal die Rundfahrt mit sieben Sekunden verloren, einmal mit Bert Grabsch, einmal mit Maxime Monfort und dieses Jahr haben wir beide gesagt, wir wollen nicht wieder mit sieben Sekunden verlieren, sondern lieber mit einer Sekunde gewinnen. Und das versuchen wir, morgen umzusetzen."














