Die Grundzüge der heutigen Stadt Penzberg sind in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts innerhalb weniger Jahre entstanden. Anlass für diesen außergewöhnlich raschen Siedlungsaufbau war die enorme Entwicklung des Kohlebergwerkes im Trend der ganz Europa erfassenden Industrialisierung.
Erste Bergbauversuche im Benediktbeurer Gebiet gab es bereits 1557. Ende des 18. Jahrhunderts wies der bayerische Berg- und Münzrat Mathias Flurl auf ernst zu nehmende Pechkohlevorkommen in Penzberg hin. Er legte damit die Grundlagen für die spätere Entwicklung der Stadt. Fast 170 Jahre lang sollte die Kohle die Geschicke Penzbergs ganz maßgeblich beeinflussen, einen immensen Strukturwandel der bäuerlichen Gemeinde einleiten und in ihrem Zentrum eine stattliche und prägende Siedlung entstehen lassen. Sogar der Gemeindename St. Johannisrain wurde im Jahre 1911 in Penzberg geändert, nur acht Jahre später, 1919, erhielt Penzberg die Stadtrechte verliehen.
Am 30.09.1966 musste das Bergwerk allerdings geschlossen werden, da die Penzberger Kohle nicht mehr verkauft werden konnte. Andere Energiequellen, wie zum Beispiel Erdöl, waren eine zu starke Konkurrenz geworden. Durch die Stilllegung des Bergwerkes stand Penzberg mit einem Schlage vor einem kompletten Neuanfang. Vor allem galt es, für die 1300 arbeitslos gewordenen Bergarbeiter neue Arbeitsplätze zu schaffen. Mit Hilfe des Freistaates Bayern konnten aber schon sehr bald einige größere Betriebe angesiedelt werden, so dass der Strukturwandel relativ reibungslos vonstatten ging.
Als die Grube schloss, zählte Penzberg knapp 11.000 Einwohner. Im Laufe der folgenden Jahre wurden viele der alten Bergwerkshäuser durch Neubauten ersetzt, das einstmals vom Bergbau geprägte Stadtbild änderte sich nach und nach. Penzberg war eine Stadt im Wandel, über der nun keine Rußwolken des Bergwerks mehr lagen. Deutlich sichtbar wird diese Veränderung auch an der Berghalde. Die ehemaligen Schutthügel der "Penzberger Dolomiten" sind seit 1974 eine grüne Oase inmitten der Stadt. Hier finden sich Loipe und Skilift, Tennisplätze, Sommer- und Winterstockbahnen, Kinderspielplätze, Beachvolleyballfeld – all das lädt zu aktiver Freizeitgestaltung ein.
Das Penzberg unserer Zeit hat ein vollkommen anderes Gesicht als ehedem. Heute ist die Stadt mit 16.500 Einwohnern ein pulsierendes Mittelzentrum mit großer Bedeutung für sein Umland. Ein ausgeprägtes Kulturleben - Ausstellungen, Konzerte, Theateraufführungen, Lesungen, Vorträge - bereichert den Alltag der Penzberger ebenso wie die Vielzahl der Sport- und Freizeiteinrichtungen. Nahezu jede Sportart ist möglich, das moderne und großzügig angelegte Hallen-Wellenbad bietet Schwimm- und Saunavergnügen zu jeder Saison. Ein reiches Netz gut ausgebauter Wander- und Fahrradwege führt durch eine der schönsten Landschaften Deutschlands.
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